Seit dem 18. Jahrhundert ist bekannt, dass Planarien, wenn man sie halbiert oder in kleinere Teile zerschneidet,
wieder vollständig, also aus jedem Stück, regenerieren können.
Bereits vor etwa 100 Jahren wurde vermutet, daß ein
Gradient von Substanzen die Ursache ist. Allerdings konnten derartige Substanzen nicht nachgewiesen werden -
auch heute sind diese Fragen noch offen.
Planarien sind lange, flache, gallertartige Tiere, meist dunkel (schwarz, grau, braun) oder grau -weiß gefärbt.
Der Körper der Planarien ist hinten zugespitzt, vorne erkennt man den Kopfteil. In ihrem Körper sind viele längliche Sekretkörper (Rhabditen) eingelagert,
die ausgestoßen werden können und im Wasser schleimig aufquellen. Sie dienen als Angriffs- und Verteidigungswaffen und zur Einhüllung der Beutetiere mit Schleim.
Der Darm ist in 3 Äste gegabelt, die zum Teil auch sich miteinander vereinigende Seitenzweige besitzen.
Siehe auch Aufbau der Planarie.
Kleine Nahrungsobjekte werden im ganzen verschlungen. Größere
Nahrungsobjekte werden durch Enzyme teilweise aufgelöst und so verflüssigt
aufgesaugt. Außerdem können die Scheibenwürmer kleine in der Haut
lokalisierte Stäbchen (Rhabdoide) gegen die Beute oder gegen den Feind abschießen
und diese damit verkleben.
Der so hinterlassene Schleim schützt sie gleichzeitig vor Feinden. Kleine Krebse fliehen vor ihnen
und größere Tiere greifen sie nicht an.
Echte Nesselkapseln kommen auch in ihrer Haut vor, stammen
aber von gefressenen Polypen. Die Kapseln werden nicht verdaut, sondern wandern
durch die Darmwand in die Außenhaut und dienen hier dem gleichen Zweck wie
bei ihren ursprünglichen Besitzern. Planarien können bis zu einem
Jahr hungern und "schmelzen" dabei nicht lebenswichtige Organe ein. Sie
sind Zwitter mit komplizierten Geschlechtsorganen und legen Eier, aus denen ohne
Larvenstadium fertige Jungtiere schlüpfen.
Sie ernähren sich hauptsächlich von lebenden und toten Tieren.
Die Nahrung wird durch Geruchsorgane (Flimmergruben) aufgespürt und mit dem Schleim der Rhabditen eingehüllt.
Ein sonst versteckter Rüssel stößt mehrmals vor und läßt Verdauungssekrete austreten. Die daraufhin fast aufgelösten
Gewebe der Beute werden schließlich aufgesaugt.
Planarien sind Zwitter. Bei der Paarung tritt jedes Tier sowohl als Männchen als auch als Weibchen auf.
Planarien sind Hermaphroditen, eine sexuelle Fortpflanzung tritt selten, wenn überhaupt, als interne Befruchtung
auf.
Die Eier werden zu Kokons vereinigt abgelegt. Aus den Eiern schlüpfen sofort die fertigen Planarien, es treten also
keine Zwischenstadien auf.
Die Regeneration beginnt relativ schnell,
bei 22-24°C ist das Blastem nach etwa 1-2 Tagen
schwach,
nach 3-4 Tagen deutlich sichtbar, da es nicht pigmentiert ist.
Nach 4-6 Tagen sind differenzierte Strukturen sichtbar,
die vollständige Regeneration ist nach etwa 2-3 Wochen abgeschlossen.
Planarien leben am liebsten in kühlerem, bewegtem Wasser (Quellen, Bäche, Brandungszone der Seen).
Sie sind sehr lichtscheu und befinden sich daher immer auf der vom Licht abgewandten Seite, unter Steinen,
Blättern oder Holzstücken und mit Vorliebe im Kies